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Debian GNU/Linux

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Geschrieben von: Raik Steuding
01
Sep
2009
Debian GNU/Linux - 5.0 out of 5 based on 1 vote

Openlogo-debianV2

Das Debian Projekt ist eine Gemeinschaft von Individuen, die in Zusammenarbeit ein freies Betriebssystem entwickeln. Dieses Betriebssystem wird Debian GNU/Linux genannt - oder einfach nur Debian.

 

Debian ist eine Linux-Distribution, die besonderen Wert darauf legt, dass die in ihr enthaltene Software die Anforderungen von Open Source erfüllt. Weil die meisten grundlegenden Systemwerkzeuge vom GNU-Projekt stammen, wird auch von Debian GNU/Linux gesprochen.

 

Debian enthält eine große Auswahl an Anwendungsprogrammen und Werkzeugen; derzeit sind es über 25.100 Programmpakete. Neben Debian GNU/Linux mit dem Linux-Kernel existierten auch Varianten mit anderen Kerneln, die sich zurzeit noch in Entwicklung befinden. Die aktuelle stabile Version heißt Debian Jessie.

 

Das Projekt

 

Das Debian-Projekt wurde durch Ian Murdock am 16. August 1993 ins Leben gerufen. Heute arbeiten über 1.000 Personen mit, die das System zusammenstellen. Debian ist eine der wenigen Distributionen, die sich GNU/Linux nennen. Das Debian-Projekt folgt damit der Auffassung der Free Software Foundation, dass das Linux genannte Betriebssystem eine Variante des GNU-Systems ist. Debian-Entwickler kann jeder werden, der das sogenannte New-Maintainer-Verfahren erfolgreich durchläuft, das die Bewerber unter anderem darauf testet, ob sie die Ideologie des Projekts teilen.

 

Der Name der Distribution leitet sich von den Vornamen des Debian-Gründers Ian Murdock und seiner Ex-Frau Debra ab.

 

Das System ist bekannt für sein Paketmanagement-System APT. Mit diesem ist es möglich, alte Versionen von Debian GNU/Linux durch aktuelle zu ersetzen oder neue Softwarepakete zu installieren. Es ist ebenfalls dafür zuständig, alle von einem Programm benötigten Abhängigkeiten aufzulösen, also alle Programmpakete zu installieren, welche die gewünschte Software benötigt.

 

Debian und Sicherheit

 

Softwareprobleme werden öffentlich behandelt, so auch sämtliche Sicherheitsprobleme. Aspekte der Sicherheit werden öffentlich auf der debian-security-announce-Mailingliste diskutiert. Debians Sicherheitsgutachten werden über eine öffentliche Mailingliste gesendet (sowohl innerhalb als auch außerhalb) und auf einem öffentlichen Server bekannt gegeben. Von dieser Verfahrensweise verspricht man sich ein schnelleres Auffinden von Sicherheitslücken und damit die Möglichkeit, diese eher beheben zu können. Die entgegengesetzte Herangehensweise des Security through obscurity wird dagegen als nicht praktikabel angesehen. Die Tatsache, dass die Weiterentwicklung der Distribution öffentlich sichtbar unter Beteiligung einer Vielzahl von Personen geschieht, erfordert besondere Sicherheitsmaßnahmen. Beispielsweise werden Änderungen an Paketen grundsätzlich mit einem verifizierbaren Schlüssel digital signiert. Beim Anwender wird dann vor der Installation die Gültigkeit der Signatur überprüft. Diese Maßnahme soll es Dritten erschweren, schädliche Software in Debian-Pakete einzuschleusen.

 

Die Paketbetreuer passen die Sicherheitsaspekte ihrer jeweiligen Software an die allgemeinen Grundsätze von Debian an. Daher sind Dienste nach der Installation oft „sicher“ voreingestellt, was von einem Benutzer als „Einschränkung“ empfunden werden kann. Dennoch versucht Debian, Sicherheitsaspekte und einfache Administration abzuwägen. Zum Beispiel werden Dienste wie ssh und ntp nicht inaktiv installiert, wie es bei den Distributionen der BSD-Familie üblich ist.

 

Wenn ein Sicherheitsproblem in einem Debian-Paket entdeckt wurde, wird es zusammen mit einer Einschätzung der dadurch entstehenden Gefahr direkt veröffentlicht. Parallel wird so schnell wie möglich ein Sicherheitsupdate dieses Pakets vorbereitet und auf speziellen Servern veröffentlicht. Kritische Sicherheitslücken werden auf diese Weise häufig innerhalb von Stunden geschlossen.

 

Verbreitung

 

Laut einer Online-Umfrage von Heise online im Februar 2009 ist Debian GNU/Linux mit 47 Prozent das am meisten verwendete freie Server-Betriebssystem in deutschen Unternehmen. Bei den freien Desktop-Betriebssystemen belegt Debian GNU/Linux mit 29,9 Prozent den zweiten Platz hinter Ubuntu (60,8 %) – dicht gefolgt von openSUSE (28,8 %).

 

Nutzung durch öffentliche Einrichtungen

 

Die Regierung der spanischen Region Extremadura hat 2002 die Debian-basierte Distribution GNU/LinEx entwickelt und in den Schulen und Behörden eingeführt. Die Stadt München ist mit ihren Debian-basierten Betriebssystemen LiMux Ende 2008 vollständig auf freie Software umgestiegen. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik setzt unter anderem Debian auf Desktopsystemen ein. Auch Wien bietet mit ihrem Wienux ihrer Stadtverwaltung eine Debian-basierte freie Alternative an. 2009 wird Skolelinux, eine angepasste Debian-Version, in einer Pilotphase an elf Schulen im Land Rheinland-Pfalz getestet, nachdem bereits Hamburg das System in seinen Schulen einführte.

 

Debian-Derivate

Die große Auswahl an Paketen und das zuverlässige System der Paketverwaltung machen Debian attraktiv, um davon weitere eigenständige Distributionen abzuleiten. Rechtlich wird dies durch die für alle Komponenten geltende, weitgehende Freiheit gewährende Lizenz möglich. Daher gibt es eine große Anzahl von Distributionen, die hauptsächlich oder ausschließlich Pakete aus Debian verwenden. Viele dieser Distributionen sind für einen speziellen Zweck wie zum Beispiel den Einsatz als Server oder in der Schule ausgerichtet.

Weit verbreitete von Debian abgeleitete Distribution sind z. B. Ubuntu, Mint oder Knoppix.



Zuletzt aktualisiert am 16. Mai 2016
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Hi, meine Name ist Raik. Ich bin Informatiker, (Beach)volleyballer und auch sonst ganz in Ordnung :-) Geboren und aufgewachsen bin ich in Halle (Saale). Studiert hab ich an der WBH in Darmstadt und der Sacramento State.
 
Mein Abschluss: Diplom-Informatiker (FH). Ich arbeite als HPC Engineer bei der Max-Planck-Gesellschaft.
 
Ich bin Ehrenmitglied im Volleyball-Verband Sachsen-Anhalt.
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